• Decrease font size
  • Default font size
  • Increase font size
  • default color
  • color1 color
  • color2 color
  • color3 color

Neuseeland Woche 6 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wäli   
Freitag, den 04. März 2011 um 16:06 Uhr

Dallenwil, 4. März, sonnig 7°

Sonntag Morgen. Obwohl die Farbe dieser Grünlippenmuscheln eher etwas suspekt ist, habe ich das gestrige Mahl genossen und keinerlei Nachwehen davon. Auf dem Reiseplan stand Blenheim. Diese Schlafstadt ist gemäss John, meinem pensionierten Motelmanager, unspektakulär und im Gegensatz zu Picton nicht gerade sehenswert. Natürlich wollte ich mich selbst davon überzeugen und nahm die kurze Fahrt dorthin in Angriff.

In Blenheim angekommen war es erst einmal eine kleine Herausforderung ein offenes Kaffee zu finden. In der Innenstadt waren fast alle Geschäfte zu (das ist in NZ eher selten der Fall). Nachdem ich mich verpflegt hatte, fuhr ich in die Weinanaugebiete. Der Marlborough Distrikt ist dafür bekannt. Es reiht sich Weinberg an Weinberg und es gibt unzählige Poduzenten dieses köstlichen Safts. Angebaut wird Riesling, Cabernet Sauvignon, Pinot Gris, Pinot Noir, Merlot, Sauvignon Blanc und andere Sorten. Weissweine machen aber die Mehrheit aus.

Am Nachmittag habe ich ein Museum mit historischen Fliegern besucht. Beim Gespräch mit einem Angestellten (der war nicht weniger historisch als die Ausstellungsobjekte) erfuhr ich, dass alle diese Flieger und Replikate dem bekannten Filmregisseur Peter Jackson (Lord o.t. Rings, King Kong) gehören. Er ist offenbar ein Fan und kauft alles zusammen was ihm gefällt und restauriert es in der Nähe von Wellington. Teilweise sind auch Replikate ausgestellt, welche in Filmen verwendet wurde.

Am Tag darauf habe ich mich nach Kaikoura begeben. Da es eine längere Fahrt war, habe ich nach der Ankunft nicht mehr viel unternommen. Zuerst habe ich einen Platz für´s Whale Watching reserviert und anschliessend bin ich noch ein wenig am Strand spazieren gegangen. Kaikoura hat einen Kiesstrand. Das hört sich ganz speziell an, wenn die Wellen über das Ufer gehen. Abends habe ich mich dann nochmals kulinarisch verwöhnen lassen. Ich ging Crayfish essen. Diese neuseeländischen Hummer haben vergleichsweise kleine Zangen. Das Gericht war wunderbar, ebenso der Wein (weniger der Preis, aber who cares!).

Am Dienstagmorgen war meine Tour zu den Walen angesagt. Beim Buchen im Office hat man mich (nach dem bezahlen natürlich) gefragt, wie es denn bei mir so mit Seekrankeit aussähe. Wie soll ich denn das wissen? Ich bin ja nie offshore und den Viewaldstättersee befahre ich nur bei schönem Wetter! Nachdem ich dem Herrn erzählt hatte, ich hätte bereits ein gutes Z´Morge gehabt und noch Verpflegung im Rucksack sei, hat er mich beruhigt und gesagt, ich würde das schon überstehen, es gäbe heute nur eine leichte Seekrankheits-Warnung. Sicherheitshalber habe ich mir dann während der Wartezeit auf den Bus noch einen grossen, schwarzen Kaffee und einen Muffin genehmigt.
Der Bus hat uns anschliessend zum Katamaran gefahren, mit welchem die Tour stattfand. Das uns zugeteilte Boot war aber nicht verfügbar, es wurde gerade mit einem Schlauch abgespritzt. Super, dachte ich, sind das die Überresten der ersten Tour, die da weggemacht werden?
Wir bestiegen das Boot und es ging los. Das Meer war flach wie ein Teller und die Fahrt war eigentlich ganz ruhig. Während der ersten Stunde war nichts mit Walen. Nachdem der Bootskapitän dann aber mit seinem Echolot geortet und Rücksprache mit einem Helipiloten gehalten hatte, sauste er volles Rohr zum potentiellen Walstandort. Und siehe da: Tatsächlich schwamm ein riesiger Pottwal in die Nähe des Bootes. Das obere Deck wurde freigegeben und rauf ging´s zum Fotografieren. Das war aber gar nicht so einfach. Es hat dermassen geschaukelt, man konnte kaum stehen. Nach dem dritten Wal, hatte ich langsam den Trick raus, wie man sich gleichzeitig mit der einen Hand festhält und der anderen die Kamera einigermassen ruhig auf das Zielobjekt richtet.
Nach zweieinhalb Stunden war die Tour zu Ende und wir fuhren zurück zum Hafen. Die „Ausbeute“ waren drei Wale und ein Kormoran. Und nebenbei: die Kotztüte blieb sauber.
Am Nachmittag versuchte ich die Wagenrückgabe zu organisieren. Wie befürchtet, liegt die Autovermietung mitten in der abgesperrten Zone in Christchurch. Irgendwann habe ich dann Kevin, den Vermieter, erreicht und wir machten ab, dass er den Wagen im Motel abholt.

Mittwoch. Mit etwas gemischten Gefühlen fuhr ich zurück nach Christchurch. Einigermassen überrascht stellte ich fest, dass die Flughafengegend, in der mein Motel lag, sehr gut intakt war. Die Häuser stehen alle noch und haben keinen Kratzer abbekommen. Ich habe im Motel Strom, Wasser, Internet und Fernsehen, eigentlich fehlt es an nichts. Einzig sollte ich das Wasser vor dem Trinken abkochen und die Toilette nicht zu oft spülen. Leider ist es aber nach wie vor nicht überall in der Stadt so. Der Südosten ist immer noch stark eingeschränkt und es werden oft Nachbeben und Evakuationen gemeldet.

An meinem letzten Neuseelandmorgen erwachte ich mit den Morgennachrichten. Anscheinend hat es in der Nacht wieder ein 3.9er Beben gegeben. Ich hab´s verschlafen….
Nach dem Morgenessen habe ich fertig gepackt und der Motelbesitzer fuhr mich zum Flughafen. Mein Flugplan hatte sich wegen des Erdbebens leicht geändert. Wir flogen etwas später ab und machten einen kleinen Umweg über Auckland. Dafür war dann die Wartezeit in Singapur etwas kürzer.
Heute Morgen um genau 7 Uhr sind wir in Zürich gelandet. Das war's. Goodbye Kiwiland!

Zu guter Letzt noch dies:

  • 6 Wochen, 5510 km Fahrt, eine riesige Sehenswürdigkeit
  • Ein Seebär bin ich noch nicht, aber was nicht ist….
  • Ich hatte in Neuseeland jeden Tag Sonne. Wer sagt´s denn: Wenn Engel reisen, lacht der Himmel!
  • Mit meinen Goldfunden ist die nächste Reise schon vorfinanziert ;-)
  • In Neuseeland ist vieles verkehrt herum. Die Kiwis haben mir aber versichert, dass das nur aus unserer Sicht so sei.
  • Ich überlege in Christchurch beim Wiederaufbau zu helfen und eine Cocktail-Bar aufzumachen. Ganz nach dem Motto: Shake it!
  • Mein Käppi hat dieses Mal Neuseeland überstanden
  • Und am Schluss: Danke für´s Lesen meiner Berichte und die vielen Rückmeldungen.

Die letzten Bilder: Link zum Fotospot.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 05. März 2011 um 16:21 Uhr
 

Besucher auf wäli's

mod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_counter
mod_vvisit_counterHeute126
mod_vvisit_counterGestern214
mod_vvisit_counterDiese Woche869
mod_vvisit_counterLetzte Woche842
mod_vvisit_counterDiesen Monat2804
mod_vvisit_counterLetzten Monat3510
mod_vvisit_counterAlle Besucher609291

Online (seit 20 Minuten): 5
Deine IP: 54.162.165.158
,
Datum: 22. Juni 2018